Mehr Wissen für
mehr Wohlbefinden
auto-generated-content

In der Soja-Heimat Asien hat Soja eine lange Tradition und wird dort geschätzt und verehrt. Sojamilch, frisch als Sprossen, Sojaöl, Würzmittel in Form von Sojasauce und als Spezialität wie Tofu werden auch bei uns immer beliebter. Soja hat viele Gesichter, zum einen als Basis für leckere Köstlichkeiten in der Küche, zum anderen als Unterstützer und Helfer bei verschiedenen Beschwerden.

Die alte Kulturpflanze Soja wurde vor rund 5000 Jahren in China kultiviert und zählte neben Reis, Weizen, Gerste und Hirse zu den fünf heiligen Körnern. In Asien gilt die Sojabohne als Grundnahrungsmittel und wird mittlerweile in unserer westlichen Welt nicht nur von Naturköstlern und Vegetariern geschätzt. Die Sojapflanze ist für uns allerdings noch recht jung, denn sie fand erst im 18. Jahrhundert den Weg nach Europa. Da sie sowohl zu den Hülsenfrüchten als auch zu den Ölfrüchten gerechnet wird, stellt die Sojabohne schon was Besonderes dar.

Beeindruckend ist die Vielseitigkeit dieser Pflanze. Es gibt süße, salzige, frische, getrocknete Sojaprodukte, gekeimt als Sprossen, geröstet zu Mehl gemahlen, zu Öl gepresst bis hin zum Viehfutter. Ob Sojaöl, Sojamilch, Sojaquark, Sojajoghurt, Sojasauce oder Tofu, all diese leckeren Schlemmereien sind nicht nur in der alternativen Ernährungsszene beliebt. In Asien weiß man das schon lange. Beobachtungen, dass bestimmte Krebsformen und Beschwerden während der Wechseljahre bei Japanerinnen weniger auftreten, verlocken zu der Annahme, Soja sei ein Wundermittel.

Vielseitig und sehr gesund

Unter den Hülsenfrüchten nimmt die Sojabohne mit etwa 40 Prozent Eiweiß eine Spitzenstellung ein. Dieses Eiweiß ist ausgesprochen wertvoll, da es viele essentielle Aminosäuren enthält, die der Mensch unbedingt benötigt, aber nicht selber produzieren kann. Für Vegetarier und solche, die auf Fleisch verzichten möchten, stellen Tofu und andere Sojaerzeugnisse wichtige Eiweißquellen dar. Tofu, der Sojakäse, ist ein Alleskönner. Gegrillt, frittiert und gebraten lässt er sich als Schnitzel, Burger oder als Füllung verarbeiten. Ob deftig oder süß, der neutrale Geschmack lädt zum Ausprobieren und Experimentieren ein. Soja als Fleischersatz ist eine willkommene Alternative für all die, die es vertragen. Nicht jedem bekommt Soja-Eiweiß, viele reagieren allergisch auf dieses pflanzliche Protein. Das gilt es herauszufinden!

Verträglichkeit und Bekömmlichkeit müssen gegeben sein, dann steht der Kreativität und dem Verkosten von neuen Rezepten nichts mehr im Wege. Wegen des hohen Fettanteils zählt die Sojabohne zu den Ölpflanzen. Häufig essen wir mit unserer üblichen Kost das falsche Fett mit zu viel gesättigten Fettsäuren und zu wenig mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Diese besonderen Fettbestandteile sind lebensnotwendig und müssen somit mit der Nahrung zugeführt werden. Sojaöl kann da helfen, denn es liefert über 60 Prozent von den so wichtigen mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Außerdem sind Sojaprodukte cholesterinfrei, helfen die Blutfettwerte zu regulieren und schützen unser Herz.

Phytosterine gehören in die große Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Das sind wertvolle Helfer für unsere Gesundheit, so schützen sie beispielsweise vor Infektionen und stärken unser Immunsystem. Speziell Phytosterine wirken cholesterinsenkend und helfen im Kampf gegen Krebs. Da Phytosterine und Cholesterin sich im chemischen Aufbau ähneln, konkurrieren sie miteinander. Das wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Neben Sojaöl, Sojaprodukten sind Avocados, Nüsse, Sonnenblumenöl sowie Getreidekeimlinge beste Phytosterinquellen.

Um den hohen Gesundheitswert der Sojapflanze komplett zu machen, sollten die Kohlenhydrate sowie der hohe Vitamin- und Mineralstoffgehalt nicht vergessen werden. Die Sojabohne versorgt unseren Körper gut mit den unverdaulichen Kohlenhydraten, den sogenannten Ballaststoffen. Diese haben einen positiven Effekt auf die Verdauung und fördern unser Wohlbefinden.

Soja-Phytoöstrogene: Eine Hilfe in den Wechseljahren?

In den westlichen Ländern leiden viele Frauen unter den natürlichen Begleiterscheinungen der Wechseljahre wie Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche, Reizbarkeit oder Antriebslosigkeit. Im Gegensatz zu den Asiatinnen, die anscheinend weniger Probleme in der Menopause haben. In asiatischen Ländern wird anders gegessen. Soja zählt zu den Grundnahrungsmitteln und somit gehören Soja, Tofu, Sojaöl und andere Sojaerzeugnisse zum täglichen Essen. Sojabohnen enthalten Isoflavone, die auch als Phytohormone oder Phytoöstrogene bezeichnet werden. Diese pflanzlichen Hormone sind dem weiblichen Östrogen sehr ähnlich und sollen auch so wirken, das bedeutet, sie lindern möglicherweise die Beschwerden während der Wechseljahre.

Asiatinnen, die traditionell regelmäßig Sojaprodukte verzehren, klagen kaum über Wechseljahresbeschwerden. Ob diese Beobachtung tatsächlich auf eine sojareiche Ernährung zurückzuführen ist oder auch noch weitere Faktoren eine Rolle spielen, ist nicht vollständig geklärt. Dennoch wird in Japan und China etwa zehnmal so viel Isoflavon mit Soja-Lebensmitteln gegessen als bei uns. Wenn wir die gewünschten 40 bis 50 Milligramm Isoflavon mit dem täglichen Essen aufnehmen wollten, müssten wir unsere Essgewohnheiten stark ändern. Mit etwa einem halben Liter Sojadrinks und 200 GrammTofu täglich können Sie es schaffen. Oftmals macht die-
se radikale Änderung des Essverhaltens Schwierigkeiten. Da können Nahrungsergänzungsmittel mit einem standardisierten Isoflavon-Gehalt hilfreich sein. Ratsam ist allerdings, selber keine Eigentherapien mit Phytohormonen aus Soja auszuprobieren! Besprechen Sie diese Möglichkeiten besser mit ihrem Arzt.

Die Sojapflanze kann eine Höhe von 80 bis 100 Zentimetern erreichen. Wenn die Ernte beginnt, sind die Felder braun, da die Blätter vertrocknen bevor die Bohnen reifen. Die Pflanze besteht nur noch aus Stängeln mit Hülsen.

Pluspunkte von Sojaprodukten

• reich an hochwertigem pflanzlichem Eiweiß
• hoher Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Linolsäure und Linolensäure)
• cholesterinfrei
• hoher Ballaststoffgehalt
• reich an Vitaminen, besonders Vitamin B1 und B2 sowie Vitamin A und E
• reich an Mineralstoffen
• reich an sekundären Pflanzenstoffen

Bild: Maike Jessen

Ähnliche Themen

Interessante Services