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Sie ist die Stadt von Albrecht Dürer und Hans Sachs, der Lebkuchen und Rostbratwürste, der Tüftler und Spielzeugmacher – und alle Jahre wieder die Stadt des Christkinds: Nürnberg.

Dabei musste das einstige „Schatzkästlein“ erst aus Ruinen wiederauferstehen. Doch heute erstrahlt es wie zu seinen mittelalterlichen Glanzzeiten – und lockt nicht nur zur Weihnachtszeit.

Dem war nicht immer so. Denn zwischen dem „tönenden Stadtmodell“ aus den 30er Jahren und jener Altstadtansicht aus den 50er Jahren, die zeigt, warum man nach dem Zweiten Weltkrieg überlegte, Nürnberg einfach neu zu bauen, liegen nur für mich gerade mal drei Stockwerke im Stadtmuseum Fembo-Haus. Und eine kurzweilige Reise durch Nürnbergs Stadtgeschichte. Und einige Aha-Momente.

Nicht aber für Nürnberg. Denn dass die fränkische Metropole so weitreichend zerstört war, hatte ich verdrängt. Und auch, dass ihr Wiederaufbau bis weit in die 70er Jahre reichte. Was mich vieles mit anderen Augen sehen lässt.

Erstaunliches

Zumal es in Nürnberg echt vieles gibt, dass den Besucher erstaunt. Die Doppelkirche in der Kaiserburg etwa, die mehr ist als eine architektonische Spielerei. Die Kapelle spiegelt nämlich das Machtgefüge früherer Zeiten wider – und kommt dabei ohne Prunk aus, demonstriert aber dennoch Pracht. Tipp: Schon ihretwegen lohnt eine Burgführung.

Beeindruckend auch der dortige „Tiefe Brunnen“, wahlweise der „Schöne Brunnen“ auf dem Hauptmarkt. Sie zeigen, wie clever man bereits im Mittelalter kostbares Frischwasser zu schützen, aber auch zu verteilen wusste. Im 14. Jahrhundert gebaut, kommt der eine noch immer schlicht funktional daher, während der andere längst prachtvoll verziert ist. Noch ein Tipp: Warum man an Letzterem nicht am falschen „Goldenen Ring“ drehen sollte, verraten nur die Stadtführer, ich nicht.

Respektvoll auch mein Blick auf die Kopien der berühmtesten Werke von Albrecht Dürer. In seinem nahezu original erhalten gebliebenen Wohnhaus kann man so heute unter anderem „Die vier Apostel“ betrachten. Stimmig auch die kleine Schauwerkstatt. Ein letzter Tipp: Der berühmte Hase, der wie die betenden Hände zu seinen meistkopierten Motiven zählt, hoppelt modern interpretiert über den angrenzenden Platz – und ist auch mit Schnee fotogen.

Wiederaufgebautes

Wirklich erstaunlich bei all dem: Würde Dürer heute aus seinem Haus treten, er fände sich sofort im „alten“ Nürnberg zurecht und könnte mich durch die „neue“ Stadt führen. Schon damals stand jene Stadtmauer, die noch heute die Altstadt umschließt und neben dem Burgpanorama dazu beiträgt, dass ich immer wieder vergesse, dass 1945 fast 90 Prozent Nürnbergs zerstört waren.

Denn: Wo Fassaden und Grundrisse noch standen, wurden diese erhalten. Auch Straßenverläufe, Stockwerkzahlen, Giebelformen oder Fensteranordnungen orientieren sich an den Originalbauten. Aber dass man mit modernen Mitteln top auf alt machen kann, zeigen vor allem die Kirchen St. Lorenz und St. Sebald, wo man in scheinbar bestens erhaltener (spät)romanischer Baukunst steht. Zugegeben, nicht jede Altstadtecke kommt so historisierend daher wie die Fachwerkhäuser der Weißgerbergasse, das Weinstadel oder das Heilig Geist Spital an der Pegnitz, aber doch die meisten.

Weihnachtliches

Auch die kleine Frauenkirche ist echt unecht – bis auf die Fassade samt berühmtem Balkon. Die Touristen, die wie ich auf dem Hauptmarkt stehen, um schlag zwölf beim „Männleinlaufen“ die Kurfürsten Kaiser Karl IV. huldigen zu sehen, stört es nicht. Und die Weihnachtsmarktbesucher auch nicht.

Stört es überhaupt jemanden, dass Hauptmarkt und Altstadt eigentlich jung sind? Nein! Warum auch? Schließlich sagt selbst das Christkind: „Mein Markt bleibt immer jung, solang’ es Nürnberg gibt und die Erinnerung.“



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Angeklickt und nachgelesen

Auf www.tourismus.nuernberg.de wird nichts ausgelassen, ob „Weihnachtsstadt“ oder „Verpflichtende Vergangenheit“. Immerhin: Es ist den Nationalsozialisten zu verdanken, dass der Weihnachtsmarkt, der durch mehrere Standortwechsel an Bedeutung verloren hatte, 1933 auf den Hauptmarkt zurückkehrte. Wer mehr über seine 500-jährige Geschichte wissen will, klickt auf www.christkindlesmarkt.de.

Die fränkische Metropole ist aber nicht nur im Advent eine Reise wert. Und wenn man schon mal in Franken ist – dann lohnt auch ein literarischer Blick über den Stadtrand hinaus. Deshalb war für uns der 348 Seiten starke Baedeker Allianz Reiseführer „Franken“ ein idealer Begleiter (www.mairdumont.com, 19,95 Euro). Top: Die Themenspecials (etwa zum Spielzeugland Franken, das man im Nürnberger Spielzeugmuseum prima erleben kann) und dreidimensionalen Ausklappkarten (auch zur frisch sanierten Kaiserburg).



Übrigens: Nürnberg gehört zu www.die-fraenkischen-staedte.de – prima Plattform für Kombi-Ideen, nicht nur im Winter!





Alle Jahre wieder ...

...  eröffnet das Christkind den Weihnachtsmarkt vom Balkon der Frauenkirche aus, der einst gebaut wurde, um dort einmal im Jahr dem Volk die Reichskleinodien zu zeigen. Dort spricht es seinen berühmten Prolog: „Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart, seid es heut’ wieder, freut Euch in ihrer Art. Das Christkind lädt zu seinem Markte ein, und wer da kommt, der soll willkommen sein.“


Bildnachweis(e): 2008 Ralf Schedlbauer/Stadt Nuernberg | Dimitar Marinov - 123RF

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