Mehr Wissen für
mehr Wohlbefinden
Ernährung & Rezepte
auto-generated-content

Wir sollen viel trinken. Möglichst Wasser und davon zwei Liter am Tag. Das hören wir so oft, dass der Ratschlag inzwischen banal ist. Doch ist das überhaupt richtig so? Und welchen Effekt hat das Wasser auf unseren Körper?

Hochsommer. Die Tage sind heiß und schwer, der Schweiß rinnt. Für den Kreislauf, insbesondere bei älteren Menschen, können diese Tage gefährlich werden. Der Körper verliert sehr viel Flüssigkeit, und wer da nicht auf das regelmäßige Trinken achtet, gerät leicht in Gefahr zu dehydrieren. Erste Anzeichen sind Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und Schwindelgefühl, im weiteren Verlauf kann es zu einem Hitzschlag kommen. Trinken ist also lebensnotwendig – ganz besonders im Sommer – und man sollte nicht erst zur Wasserflasche greifen, wenn man Durst hat. Durst ist nämlich bereits ein deutliches Anzeichen für einen bestehenden Mangel.

Doch wie viel Flüssigkeit ist tatsächlich nötig? Wie ein Dogma hört man die Empfehlung: Zwei Liter am Tag. Das muss man allerdings relativieren. In die Bilanz fließt nämlich auch mit ein, was wir an fester Nahrung verzehren: Obst, Gemüse, Salat – all das enthält ebenfalls Flüssigkeit. Wer also täglich Obst und sonstige Rohkost isst, muss sich nicht sklavisch an die zwei Liter halten. Was ebenfalls mit eingerechnet werden muss, ist der Salzkonsum. Durchschnittlich wird bei uns zu viel Salziges gegessen. Zu viel Salz stört allerdings den Flüssigkeitshaushalt und sorgt dafür, dass den Körperzellen Wasser entzogen wird. Wer den Salzstreuer sparsam handhabt, wenig (versalzene) Fertiggerichte zu sich nimmt, sich dafür aber leicht und überwiegend vegetarisch ernährt, kommt durchaus mit weniger als zwei Litern Flüssigkeit aus.

Um allerdings zu verstehen, wie der Wasserhaushalt im Organismus funktioniert, wie man durch optimale Ernährung den Nutzeffekt des Trinkens steigern kann und wozu der Körper die Flüssigkeit überhaupt benötigt, muss man tiefer in die Materie einsteigen.

Wasser ist das Element des Lebens

Der Mensch ist ein Wasserwesen. Das mag sich im ersten Moment seltsam anhören, doch werfen wir einen Blick auf folgende Fakten: Der menschliche Organismus besteht zum größten Teil aus Wasser – bei Neugeborenen liegt der Wasseranteil bei 77 Prozent, bei erwachsenen Männern bei 60 und bei Frauen bei 50 Prozent. Und wenn schon die Körperzellen, die Organe, die Muskeln, die Knochen- und Knorpelanteile zu einem großen Teil aus Wasser bestehen, dann umso mehr alles, was im Körper fließt: Blut, Lymphe, Magen- und Darmsäfte, Galle, Speichel, Urin, Schweiß, Schleimsekrete und vieles mehr.

Doch der Mensch besteht nicht nur großteils aus Wasser, er benötigt davon auch enorme Mengen. Wir können zwar wochenlang ohne feste Nahrung leben, aber nur wenige Tage ohne Wasser. Wir werden krank, wenn uns nur fünf Prozent unseres Körperwassers entzogen werden. Bei einem Verlust von zwanzig Prozent der Flüssigkeit ist der Mensch nicht mehr lebensfähig. Dass der Mensch, so wie auch alle Pflanzen und Tiere, auf das Wasser angewiesen ist, liegt in der Evolution des Lebens begründet. Alles Lebendige hat seinen Ursprung im Wasser. Aus den Einzellern, die sie einst in den Ur-Ozeanen tummelten, entwickelten sich höhere Lebensformen, die vor über 400 Millionen Jahren auch das Land eroberten. Der Bauplan menschlicher Körperzellen unterscheidet sich allerdings bis heute nicht allzu sehr von dem des Einzellers. Damit nicht genug: Die Konzentration von 0,9 Prozent Salz in unserer Körperflüssigkeit ist identisch mit dem Salzgehalt des Meeres. Das heißt, unsere evolutionäre Heimat ist und bleibt der Ozean.

Das Wasser ist nicht nur Baustein des Körpers, es ist auch Botenstoff, Trägerstoff und die Schlüsselsubstanz im Stoffwechsel. Ohne Wasser gäbe es keine Energiegewinnung und keine Ausscheidung. Und es ist klar, dass die Wassermenge, die dem Körper über die Ausscheidung, d. h. über Schweiß, Urin, Stuhl und Atmung, entzogen wird, auch wieder aufgefüllt werden muss.

Mehr Rohkost, weniger Salz

Nicht die Wassermenge allein ist für die Wasserbilanz jedoch ausschlaggebend, auch die Form der Ernährung insgesamt spielt eine ganz wesentliche Rolle. Eine zentrale Rolle im Zellstoffwechsel spielen die Mineralstoffe Natrium und Kalium. Diese beiden Elektrolyte steuern den Flüssigkeitsaustausch zwischen dem Inneren der Zellen und der Zellumgebung, dem extrazellulären Raum. Natrium strömt durch die Zellmembran in die Zelle hinein, ein Trägermolekül trägt huckepack Glukose und Nährstoffe, die die Zelle zur Energiegewinnung braucht. Kalium pumpt dagegen das Natrium wieder aus der Zelle hinaus. Kalium ist besonders reichlich in Obst und Gemüse enthalten, Natrium dagegen in Kochsalz. Damit dieser Kreislauf funktioniert, müssen auch Kaliumionen außerhalb der Zelle, im extrazellulären Raum, vorhanden sein. Deshalb ist die Aufnahme von kaliumreichen Nahrungsmitteln in Form von Obst, Rohkost, Salaten und Gemüse so wichtig. Salz ist ebenfalls ein Baustein, den der Körper benötigt, zu viel Salz entzieht aber den Zellen Wasser – sie schrumpfen und trocknen aus.

Auf einen Salzüberschuss im Blut reagiert der Körper mit Durst. Vor allem bei älteren Menschen lässt das Durstempfinden jedoch häufig nach. Sie müssen also besonders aufpassen, dass sie erstens genug trinken und zweitens nicht zu viel Salz zu sich nehmen. Als vertretbare Salzmenge gelten maximal fünf Gramm täglich, das entspricht etwa einem Teelöffel. Doch Vorsicht: Das meiste Salz steckt schon in bearbeiteten Nahrungsmitteln wie Wurst, Käse und Fertiggerichten. Als optimales Getränk zum Durstlöschen empfiehlt sich ein natrium- und nitratarmes, stilles Mineralwasser, welches zugleich reichlich Magnesium, Calcium und Kalium enthält. Wer davon zwei Flaschen täglich trinkt, frisches Obst und Gemüse isst und beim Nachsalzen aufpasst, muss sich über den Flüssigkeitshaushalt keine Sorgen machen.

Bildnachweis: 123RF: vgstudio

Ähnliche Themen

Gesundes für unsere grauen Gehirnzellen

auto-generated-content

Eine ausgewogene Ernährung ist grundsätzlich förderlich für Körper und Geist. Unser Gehirn arbeitet besonders gut, wenn wir optimal mit allen kleinen und großen Nährstoffen versorgt sind. Können wir uns intelligent essen?

Weiterlesen...

Interessante Services