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Morgens schon im Dunkeln aus dem Haus, die lästige Eisschicht vom Auto kratzen oder mit kalten Füßen im Nieselregen an der Haltestelle stehen – der Winter ist hierzulande für viele Menschen eine echte „Spaßbremse“.

Mit den Temperaturen sinkt dann rasch auch das Stimmungsbarometer. Dabei kann jeder Einzelne viel tun, damit es trotz kurzer Tage und schlechter Witterung nicht zum nachhaltigen Durchhänger kommt.

Nach einer aktuellen Umfrage klagt jeder Fünfte im Herbst und Winter über Stimmungsschwankungen. Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Heißhungerattacken treten zu dieser Zeit gehäuft auf, und viele sprechen sogar von einem regelrechten „Winterblues“. Das Problem: „Unser Organismus ist noch auf graue Vorzeit getrimmt – und Jäger und Sammler laufen nachts und im Winter auf Sparflamme –, während unsere heutige Lebensweise nahezu jederzeit auf Höchstleistung ausgerichtet ist“, erläutert Benjamin Martens, Psychologe bei psycheplus. Das heißt, wir nehmen bei ständig zunehmenden Anforderungen schon den geringsten Leistungsabfall deutlich wahr – und empfinden unseren Alltag dann als doppelt ermüdend. Dazu kommt, dass uns die kürzer werdenden Tage das Gefühl vermitteln, uns „liefe die Zeit davon“. „Das erzeugt Stress und Unlust“, weiß der psycheplus-Experte und rät: „Wer im Winter zu Stimmungsschwankungen neigt, sollte dann besonders auf die richtige Mischung aus Aktivität und Entspannung achten und für anstrengende Tätigkeiten vor allem die besonders produktive Zeit vor 16 Uhr nutzen.“

Durchatmen im Freien

Das wirkungsvollste Mittel für mehr Elan und gute Laune ist, so viel Tageslicht wie möglich zu tanken. „Der jahreszeitlich bedingte Lichtmangel bewirkt, dass tagsüber der Anteil von Melatonin im Blut kaum absinkt. Das sogenannte ‚Nachthormon‘, das sonst für gesunden Schlaf sorgt, macht uns dann zur Unzeit müde und antriebslos“, so Benjamin Martens. Wer sich hauptsächlich in geschlossenen Räumen aufhält, etwa den ganzen Tag im Büro verbringt, kann sich den Winter über mit so genannten Tageslichtlampen Gutes tun.

Darüber hinaus empfiehlt der psycheplus-Experte, jede Gelegenheit zu einem Aufenthalt oder – noch besser – zu körperlicher Bewegung im Freien zu nutzen. „Das ist gleich zweifach Balsam für das seelische Gleichgewicht: Denn sportliche Betätigung steigert zusätzlich die Produktion von anregenden Hormonen und Botenstoffen, darunter die des ‚Glückshormons‘ Serotonin. Das sorgt zu jeder Jahreszeit für mehr Schwung und Lebensfreude.“ Neben körperlicher Aktivität und Tageslicht ist auch Wärme ein wichtiger Wohlfühlfaktor, so der Psychologe. „Die winterliche Kälte bedeutet für unseren Körper eine zusätzliche Anstrengung.“ Deshalb sind Wellness-Nachmittage in der Sauna, im Dampfbad oder im Solarium Balsam für die Seele – und stärken zudem das Immunsystem.

Niedergeschlagenheit ernst nehmen

Am besten wirkt das Gute-Laune-Programm übrigens in netter Gesellschaft. Denn: „Soziale Kontakte tun der Seele gut und sind die perfekte Motivation, auch im Winter aktiv zu werden“, regt der Psychologe Martens an. Gemeinsam Sport treiben, ein leckeres, ausgewogenes Essen zelebrieren oder neue Hobbys entdecken hilft, seelische Durchhänger zu überwinden und die langweilige „Indoor-Saison“ mit Spaß und Elan zu meistern. Sollte sich der „Winterblues“ trotz allem nicht vertreiben lassen und das Stimmungstief länger als zwei Wochen andauern, rät Martens, auf andere Weise aktiv zu werden: „Anhaltende Niedergeschlagenheit oder gar depressive Verstimmungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen oder als ‚Wintertief‘ verharmlost werden“, so der Psychologe. Hellt sich die Stimmung trotz aller Gegenmaßnahmen nicht auf, sollten Betroffene den Ursachen im Gespräch mit einem Arzt oder Therapeuten auf den Grund gehen.



Wer wo und wie am meisten leidet

Regen, Wind und Schnee schlagen aufs Gemüt: Nach einer Umfrage leidet jeder Fünfte im Herbst und Winter an Depressionen. Dabei reagieren Frauen stärker auf das Wetter als Männer.

22 Prozent der Menschen in Deutschland sind im Herbst und Winter schlechter gelaunt. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, für die 1001 Menschen befragt worden sind. Bei 17 Prozent wirke sich das Wetter nur dann negativ auf die Gemütslage aus, wenn sie ohnehin gestresst sind. Jeder Zweite sei dagegen der Meinung, die Stimmung sei generell wetterunabhängig.

Laut Umfrage sind Frauen wetterfühliger als Männer. Mehr als jede Vierte (26 Prozent) fühle sich an den kurzen Tagen weniger wohl, bei den Männern gehe es nur 18 Prozent ähnlich. Es gebe auch regionale Unterschiede. Die Norddeutschen fühlten sich im Winter besonders wohl. 14 Prozent genießen nach der Umfrage das nass-kühle Wetter sogar. In Bayern geben das hingegen nur ein Prozent an. Auch im Nordosten könnten sich nur zwei Prozent der Befragten mit kalten Temperaturen anfreunden.

Quelle: dpa

Bildnachweis(e): Stockbyte – Thinkstock

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