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Schon vor Urzeiten entdeckten die Azteken ein Öl, das sie für ihre Ernährung, als Heilmittel und zur Pflege einsetzten: Jojoba-Öl. Heute ist es populärer denn je – als eines der wertvollsten Pflanzenöle im Wellness- und Kosmetikbereich.

Die Schönheitspflege ist so alt wie die Menschheit selbst und macht einen großen Teil unseres Lebensgefühls aus. Gerade heutzutage erleben Pflege- und Beautyprodukte, die auf natürlichen Stoffen aufbauen, einen regelrechten Boom. Kein Wunder, je schnelllebiger die Zeit, desto mehr besinnt sich der Mensch andererseits auf Bewährtes: Die Kräfte von Mutter Natur. „Back to the roots“ – zurück zu den Wurzeln – heißt die Devise und das wortwörtlich: Denn unsere Flora hat einiges zu bieten wie beispielsweise Ölbäume, deren „flüssiges Gold“ uns mit wertvollen Inhaltsstoffen verwöhnt, Haut und Haar regeneriert und pflegt. Im Gegensatz zu mineralölhaltiger Kosmetik ziehen Produkte, die aus Pflanzenölen bestehen, in die oberen Hautschichten ein und aktivieren die Hautfunktionen von innen heraus. Unser Abwehrsystem wird dadurch positiv unterstützt und das Hautbild deutlich verbessert.

Ein Strauch für die Schönheit

Besonders erwähnenswert ist der in der Pflanzenwelt einzigartige Jojoba-Strauch. Seine Gattung besteht nur aus dieser einen Pflanzenart. Der monotypische „Simmondsia chinensis“ ist ein Wüstenstrauch, der vornehmlich in Kalifornien, Arizona und Mexiko vorkommt und eine Wuchshöhe von circa drei Metern erreicht. Er treibt seine Wurzeln bis zu stolze 15 Meter in den ausgetrockneten Boden, kommt somit auch an tiefe Grundwasserreserven und kann selbst extremste Temperaturschwankungen in der Wüste – heiße Tage, eiskalte Nächte – perfekt ausgleichen. Das Jojoba-Öl findet sich vornehmlich in den Jojoba-Bohnen (auch Jojoba-Früchte, -Nüsse oder -Samen genannt), von denen ein Busch bis zu sechs Kilo trägt. Der Richtigkeit halber muss erwähnt werden, dass Jojoba-Öl vielmehr ein gelbes, flüssiges Wachs ist, das lediglich aufgrund seiner „weichen“ Beschaffenheit Öl genannt wird. Trotzdem zählt es zu den „halbtrockenen Pflanzenölen“, wie auch Avocadoöl oder Mandelöl.

Die pflegenden Eigenschaften des Jojoba-Öls wurden schon vor Jahrhunderten von verschiedenen Indianervölkern genutzt. So erwähnte bereits Hernándo Cortés (der spanische Eroberer Mexikos) im 16. Jahrhundert, dass die Azteken das Öl zur Haut- und Haarpflege verwendeten. In den 1930er Jahren entdeckten Wissenschaftler der University of Arizona eine verblüffende Ähnlichkeit zwischen Jojoba-Öl und dem Wachs aus den Stirnhöhlen von Pottwalen. Das so genannte Walrat wurde nicht nur als Schmiermittel eingesetzt, sondern war auch eine bedeutende Grundlage der damaligen Kosmetikindustrie: als Rohstoff für Salben, Pomaden und feine Seifen. Jojoba-Öl rettete als Alternative viele Pottwale davor, als Walfangopfer zu enden.

Natürlicher „Schönmacher“

Jojoba-Öl ist reich an Provitamin A und E, beinhaltet mehrfach ungesättigte Fettsäuren, oxidiert langsamer als beispielsweise Olivenöl und wird dementsprechend nicht ranzig. Ein weiterer Vorzug ist der niedrige Gefrierpunkt: Erst unter -11° Celsius wird das Öl fest und kann auch ohne die Zugabe von Konservierungsstoffen – rein durch Kühlung – lange gelagert werden. Da Jojoba-Öl unserem Hautfett sehr ähnlich ist, zieht es gut in die Haut ein, wo es statt eines öligen Films ein samtiges, zartes Gefühl hinterlässt. Das Öl verfügt über einen natürlichen Sonnenschutzfaktor (2 bis 4) und schützt somit vor schädlicher UV-Strahlung. Es wirkt antibakteriell und entzündungshemmend, beruhigend und ausgleichend auf die Talgproduktion und trägt zur Feuchtigkeitsregulation bei. Dieser „Pflege-Profi“ ist somit auch bei Hauterkrankungen wie Akne, Schuppenflechte oder Ekzemen sowie stark beanspruchter Haut eine hervorragende Wahl. Ein Gesichtsöl aus reinem Jojoba kann mit jeder teuren Creme konkurrieren. Und: Da Jojoba-Öl nahezu geruchlos ist, eignet es sich perfekt als Duftträger und als natürlicher Emulgator.

Bildnachweis: Thinkstock: Janine Hosegood

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