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Die Echte Kamille gehört zu den bekanntesten und wertvollsten Naturheilpflanzen überhaupt. Kein Wunder, das „Mutterkraut“ ist für seinen antiseptischen und vielseitigen Charakter bekannt, lässt sich innerlich wie äußerlich anwenden und findet in Arzneimitteln ebenso wie in vielen Kosmetikprodukten Verwendung: Ein wahrer Klassiker, der Schönheit und Gesundheit vereint.

Kaum eine Pflanze spielte in so vielen Religionen eine derart große Rolle wie die Kamille. Die alten Ägypter widmeten das Kraut ihrem mächtigen Sonnengott Ra. Ebenso heilig war die Kamille den nordischen Völkern. Die kleinen Blüten dienten dort als Opfergaben, um deren Sonnengott Baldur bei Laune zu halten und stets gütlich zu stimmen. Im Christentum war man lange davon überzeugt, dass ein am 24. Juni (Johannistag oder auch Tag der Sommersonnenwende) an der Haustür aufgehängter Kamillenkranz Sturm, Blitz und Donner fern hielt. Auch war es früher in einigen europäischen Ländern üblich, dass man zum sonntäglichen Kirchgang einen Strauß Kamille mitbrachte.

Im alten England gehörte die Kamille zu den neun heiligen Kräutern und es war Usus, dass bei einer Krönungszeremonie just derjenige, dessen königliches Haupt gekrönt werden sollte, immer ein Kamille-Sträußchen in petto hatte. Auch in der Alchemie und im Aberglauben hatte die Kamille ihren festen Stammplatz: Dem Rauch der Kamille schrieb man gewaltige Zauberkräfte zu, die Unheil abwenden konnten.

Die Königin unter den Heilkräutern

Seit dem 16. Jahrhundert ist die Kamille laut Johannes Gottfried Mayer von der Forschungsgruppe Klostermedizin der Universität Würzburg das gebräuchlichste Heilkraut überhaupt. „In der Hausapotheke sollten Blüten oder ein Kamillen-Konzentrat nicht fehlen“, rät er. Denn die Kamille ist unglaublich vielseitig: Kamillenblüten helfen bei krampfartigen Beschwerden im Verdauungstrakt, sie schützen die Schleimhäute, hemmen das Wachstum von verschiedenen Bakterien und Pilzen. Kamille kann in Form von Inhalationen, Spülungen, Bädern, Umschlägen und Auflagen eingesetzt werden. Auch bei bakteriellen Hauterkrankungen, einschließlich der Mundhöhle und des Zahnfleisches, und Erkrankungen des Genitalbereiches oder bei Entzündungen im Nasen- und Rachenraum hilft sie.

Dass die Echte Kamille (Matricaria recutita), deren lateinischer Name sich von „mater“ – der Mutter – ableitet und die deshalb im Volksmund als „Mutterkraut“ bezeichnet wurde, eine antibakterielle, schmerzstillende, wundheilungsfördernde und krampflösende Wirkung hat, ist weitgehend bekannt. Dass man im 15. Jahrhundert bei der Wasserdampfdestillation der Kamille einen tiefblauen, kristallinen und aromatischen Kohlenwasserstoff, das Azulen (spanisch azul = „blau“) oder „Cyclopentacyclohepten“ beziehungsweise „Chamazulen“, gewinnen konnte, weniger. Neben seinem entzündungshemmenden und regenerierenden Nutzen ist Azulen zudem auch ein guter Radikalenfänger – das macht diesen Stoff für die Beauty-Industrie und im Anti-Aging-Bereich so interessant.

Kamille? Macht echt schön!

Naturkosmetiker halten große Stücke auf den Klassiker unter den Heilpflanzen, der für natürliche Schönheit sorgt. Echte Kamille und deren Extrakte wie das Bisabolol und das blau gefärbte Chamazulen finden sich daher in vielen Beauty-Produkten: In Gesichts-Cremes, Körper-Lotionen, antibakteriellen Foundations, Abdeckstiften und Pudern – die zu Unreinheiten neigenden Zeitgenossen profitieren von der Heilkraft der universell einsetzbaren Pflanze ebenso wie die der „Anti-Aging-Bewegung“, die Falten den Kampf ansagen möchten.

Aber auch die pflegenden und wundheilenden Wirkstoffe der Kamille weiß man in der Kosmetik-Branche zu schätzen. Ob Handcreme oder Lippenbalsam, selbst in Zahnpasta findet man beruhigende Kamillenextrakte. In Shampoos, Spülungen und Haarkuren zeigt sich die Kamille wortwörtlich von ihrer strahlenden Seite – indem sie blonde Haare aufhellt.

Aber Vorsicht: Nicht bei allen Menschen wirkt die Kamille gesundheitsfördernd oder macht schön. Überempfindliche Menschen sollten Kamille – egal, ob „Echt“ oder „Unecht“ – lieber meiden. Auch wenn die Echte Kamille (Matricaria recutita) zwar seltener allergische Reaktionen hervorruft als die unechten Kamille-Arten wie Hundskamille (Anthemis arvensis) und die römische Kamille (Chamaemelum nobile), die ein etwas höheres Sensibilisierungspotenzial aufweisen – an Korbblütlern im Allgemeinen haben Allergiker wahrlich keine Freude.

Bildnachweis: 123RF: TERESA KASPRZYCKA

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