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Nur sechs Kilometer vom Festland entfernt und dennoch eine andere Welt: Die ostfriesische Insel Spiekeroog im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer ist genau der richtige Ort, um sich zu erholen - nicht nur dank des wohltuenden Meeresklimas.

Denn wo Fußgänger das Sagen haben, Fahrräder in der Minderheit sind und nur eine Handvoll Elektroautos unterwegs sind, ist es nicht nur ruhiger, man entdeckt auch wieder die Langsamkeit.

Da liege ich nun, eingemummelt in Laken und Decken, döse vor mich hin und lasse den Dingen ihren Lauf. Genauer gesagt, dem Meersalz, mit dem ich eben eingerieben wurde. Es braucht schon seine Zeit, um zu wirken - sein Naturpeeling ist nämlich nur ein angenehmer Nebeneffekt. Aber Zeit, die habe ich auch. Denn hier auf der Insel gehen die Uhren zwar nicht langsamer, aber anders.

Das fängt schon mit der Fähr-überfahrt an. Ebbe und Flut geben vor, wann man ankommt. Dann tuckert man gemütlich durchs Watt und jede ausrollende Bugwelle scheint zu sagen - komm runter, werde ruhiger. Nur noch etwas Gewusel am Hafen und schon packt einen die beschauliche Inselidylle, die einen in einen entspannten Ruhe-Modus schaltet.

In der Ruhe liegt die Kraft

An die Fenster prasselt ein Regenschauer? Was soll's, mir geht's gut! Ich werde hier im Kurmittelhaus liebevoll umsorgt und in die Geheimnisse von Thalasso eingeweiht. O.K., so geheim sind die nun auch wieder nicht. Schon die alten Griechen wussten um die Heilkräfte aus dem Meer. Und Salzwasser, Algen, Schlick & Co., die hat es hier an der deutschen Nordseeküste reichlich.

Vor allem das Inselklima hat es in sich, wo einem nicht nur an der Brandungszone, aber da noch intensiver, eine belebende Dauerinhalation mit salzhaltiger Luft widerfährt. Kein Wunder, dass hier alle zum Strandläufer werden oder zumindest die Dünenwege und Deichpfade entlang traben. Ich bin da keine Ausnahme. Aber nicht jetzt. Jetzt ist Müßiggang angesagt. Auch das gehört zu Thalasso dazu.

Naturkräfte erfahren

Eine leise Stimme holt mich aus meinen Tagträumen zurück. Als nächstes tauche ich ein in ein wohlige Wanne, gespeist mit Originalnordseewasser und angereichert um eine Milch-Öl-Mischung, die mich genauso sanft einhüllt und meiner Haut und Seele schmeichelt wie eben all die Laken und Decken.

So könnte es ewig weitergehen - wenn ich da nicht doch noch die eine oder andere Verabredung hätte. Einmal am Tag zum Utkieker, der Ausschau über Dünen, Strand und Meer hält, das muss sein. Und ein Bummel durchs grüne Dorf samt Schlenker zum Hafen ebenso. Denn so klein Spiekeroog auch sein mag, zu sehen gibt es allerhand, vor allem beeindruckende Natur-Dynamik - Wind und Wellen, Watt und Gezeiten sei Dank.

Wittbülten, 2006 als Umweltbildungszentrum eröffnet und seit 2011 Nationalpark-Haus, ist genau die richtige Adresse, wenn man mehr darüber erfahren möchte (www.wittbuelten.de). Gelegen an der Hermann Lietz-Schule, dem Insel-Gymnasium mit Internat, greifen hier Lehre, Forschung und Tourismus kongenial ineinander: Ob Führung durch die interaktive Ausstellung samt Aquarium, Watt- oder Dünenexkursionen - hier findet jeder seins.

Wieder Kraft spüren

Doch erst muss ich der Wanne entsteigen. Was nicht heißt, dass es mit der Ruhe schon vorbei wäre. Nein, jetzt wartet noch eine Harmoniemassage auf mich, die wunderbar entspannt, obwohl sie nicht nach Verspannungen sucht. Meinen Beinen jedenfalls bekommt sie, denn da macht sich nach zwei Tagen ungewohntem Rumstiefeln im Sand doch ein leichter Muskelkater bemerkbar.

Und bemerkbar macht sich auch mein Magen. Viel frische Luft und Bewegung, das macht hungrig. Nachmittags sind daher die Cafés meins, schon des Ostfriesentees wegen: Ganz klassisch wie es sich gehört - mit Stövchen, knisterndem Kandis und Sahnewölkchen. Und dazu ein Stück Friesen- oder Sanddorntorte, lecker! Die erste Adresse dafür ist für mich das Inselcafé. Seine Inselbäckerei (www.inselbaeckerei.de) ist nämlich das einzige traditionelle Handwerk, das noch auf der Insel betrieben wird - und wo man den allgegenwärtigen Sanddorn zudem in allen Varianten bekommen kann. Als Bonbon, Sirup, Likör oder Marmelade etwa. In Keksen, im Eis oder auch als Stollen. Mehr Vitamin C geht kaum. Und wir sind ja hier, um uns Gutes zu tun.

Übrigens: Der Regen hat sich verzogen, als ich nach zwei entspannten Stunden das Kurmittelhaus wieder verlasse, um bei einem Strandspaziergang zum windverwehten Westend noch ein bisschen Thalasso-mäßig zu Inhalieren. In der salzig-feuchten Luft tut das Tiefdurchatmen nämlich gleich noch mal so gut. Und durchatmen, das kann man auf Spiekeroog.

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Schmökern & Kieken

Roland Hanewalds ,,Nordseeinsel Spiekeroog" (Reise Know-How Verlag, 9,90 Euro) ist mehr als ein kompakter Inselführer. Der Untertitel ,,Handbuch für individuelles Entdecken" kommt der Sache da schon näher. Er lässt keine praktischen Fragen unbeantwortet, auch zu Themen, die man so nicht erwartet (etwa die konkreten Foto-Tipps) und packt auch Kritisches an (wie den Klimaschutz). Kleine Exkurse erzählen von Geschichte und Geschichten der Insel und Insulaner.

Derart informiert macht eine Dorfführung gleich noch mehr Spaß, wo man die hiesigen Besonderheiten ,,live" erlebt, die bei den vielen Bäumen und der Pferdebahn anfangen und bei der ältesten Inselkirche und drei Friedhöfen aufhören. Und Warften und Schwimmdächer erkennt man dann auch schneller. Ergänzend lohnt das kleine Inselmuseum neben dem Rathaus. Wenn das Wetter mal nicht so ist, kann man hier in der Inselzeit zurückreisen und sich unterhaltsam aufwärmen. Das gilt auch für das kuriose Muschelmuseum im Haus des Gastes, das zwar einen unwissenschaftlichen, doch höchst vergnüglichen Streifzug durch die Welt der Muscheln unternimmt.

Mehr über Thalasso auf der Insel und weiteres wie etwa Fährinformationen oder Pauschalangebote auf www.spiekeroog.de.

Bildnachweis(e): Michael Weigel - Fotolia | SoS

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