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Über manche Beschwerden spricht man nicht gern. Dazu gehört auch die Verstopfung. Dabei ist das Problem weit verbreitet – für rund ein Viertel der Bevölkerung ist der Gang zum stillen Örtchen häufig mit Schwierigkeiten verbunden. Abführmittel versprechen rasche Hilfe. Doch man kann auch auf andere Weise den trägen Darm anregen.

Dass es bisweilen mit dem Stuhlgang nicht so klappt wie erwünscht, ist kein Grund zur Panik. Manchmal sind es nur Veränderungen im Tagesablauf oder Flüssigkeitsmangel, die zu Verstopfung führen. Auch wer subjektiv den Eindruck hat, zu selten zur Toilette zu müssen, sollte nicht vorschnell zu Tablette, Pulver oder Zäpfchen greifen. Die Häufigkeit des Stuhlgangs ist individuell verschieden. Der eine muss drei Mal am Tag, der andere nur drei Mal in der Woche. Alles, was sich innerhalb dieser Spanne bewegt, ist vollkommen normal. Erst wenn man über einen längeren Zeitraum hinweg seltener als drei Mal wöchentlich zur Toilette muss und die Entleerung mühsam bis schmerzhaft ist, sprechen die Mediziner von Verstopfung oder fachsprachlich Obstipation.

Viele Ursachen, viele Lösungen

Eine hartnäckige Verstopfung kann viele Ursachen haben. Häufig führt die Kombination aus mangelnder Bewegung, nicht ausreichendem Trinken und ballaststoffarmer Ernährung zur Verlangsamung der Stuhlpassage im Darm. Eine weitere häufige Ursache ist das so genannte Reizdarmsyndrom, eine mit Bauchschmerzen und Blähungen verbundene Funktionsstörung des Verdauungstrakts. Für diese Störung, die doppelt so häufig bei Frauen wie bei Männern auftritt, gibt es zumeist keine erkennbaren organischen Ursachen, sehr wohl aber psychische. Nervöse Anspannung und Stress gehören mit zu den häufigsten Verursachern von Verstopfung. Nicht erkannte Erkrankungen wie Diabetes mellitus äußern sich ebenfalls oft in Verstopfung, auch häufiger Medikamentengebrauch kann die Verdauung beeinträchtigen. Nicht zuletzt spielt das Älterwerden eine Rolle: Mit zunehmendem Alter laufen viele Körperfunktionen langsamer ab und auch der Darm verliert mit den Jahren an Aktivität.

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die Darmtätigkeit wieder zu normalisieren. Dazu gehören sowohl Veränderungen in den Lebensgewohnheiten, wie z. B. mehr Bewegung, als auch eine Umstellung der Ernährung. In vielen Fällen reicht es aus, mit ausreichend Flüssigkeit und ballaststoffreicher Ernährung den Darm auf Trab zu bringen. Ausreichend Flüssigkeit heißt: Mindestens zwei Liter am Tag, am besten kohlensäurearmes Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetee oder mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte. Verdauungsfördernd wirken auch Sauerkraut- und Rote Beete-Saft, Brottrunk und Molke. Gemüse und Obst – vor allem Trockenobst – enthalten viele Ballaststoffe, ebenso Vollkornprodukte. Die Fasern der Ballaststoffe quellen mit Wasser im Darm auf und dehnen ihn dabei aus. Dieser Dehnungsreiz regt die Darmbewegung (Peristaltik) an, die den Nahrungsbrei auf ihrem Slalom durch den Verdauungstrakt vorantreibt. Die Darmperistaltik braucht aber auch muskuläre Bewegungsreize von außen. Es muss nicht unbedingt Sport sein, tägliche Spaziergänge – vor allem nach dem Essen – können schon genügen, um die Darmbewegung anzuregen. Viele Gymnastik- und Yoga-Übungen trainieren die Bauchmuskulatur, die wiederum die Darmperistaltik stimuliert. Yoga und andere Entspannungsübungen haben zudem eine entlastende Wirkung auf die Psyche.

Geht aber gar nichts mehr, dann sollte man auch keine Bedenken haben, ein Abführmittel anzuwenden. Ein wirksames, gut verträgliches Abführmittel kann befreiend sein und Betroffenen helfen wieder an Lebensqualität zu gewinnen. Allerdings sollten Abführmittel nicht gewohnheitsmäßig eingenommen werden, da die dauerhafte Anwendung leicht zu einem Teufelskreis führen kann. Durch die häufige, künstlich erzwungene Darmentleerung gehen dem Körper viel Wasser und vor allem der Mineralstoff Kalium verloren. Ein Kaliummangel aber macht den Darm träge – er ist wieder verstopft. So verschärft ein Übermaß an Abführmitteln die Problematik nur noch.

So wirken Abführmittel

Abführmittel basieren auf unterschiedlichen Wirkungsweisen. Quellstoffe wie Indische Flohsamen (Plantago ovata) binden Wasser, quellen auf und regen durch den Dehnungsreiz die Bewegung des Darms an. Bei ausreichender Flüssigkeitsaufnahme ist die Anwendung unbedenklich. Wird jedoch zu wenig getrunken, besteht die Gefahr des Darmverschlusses. Quellstoffe sind daneben Weizenkleie und Leinsamen, die man beispielsweise in Müsli oder Joghurt einrühren kann.

Osmotische Abführmittel binden Wasser im Darm und erweichen so den Stuhl. Ein sanftes osmotisches Abführmittel ist der Wirkstoff Macrogol. Er speichert das Wasser im Darm, damit behält der Stuhl seine flüssige Beschaffenheit. Macrogol ist gut geeignet zur Behandlung chronischer Verstopfung. Stärker wirkt Lactulose, ein aus Milchzucker gewonnener Zweifachzucker. Beim Abbau entstehen jedoch Gase, die manchmal zu Blähungen führen. Zu den osmotischen Abführmitteln gehören auch Zuckeralkohole wie Sorbitol und Mannitol sowie Salze wie Natriumcitrat, Glauber- oder Bittersalz (Magnesiumsulfat).

Darmstimulierende Mittel beschleunigen die Bewegungen des Darms und bewirken, dass durch den schnelleren Transport dem Darminhalt weniger Wasser entzogen werden kann. Zu dieser Gruppe gehören pflanzliche Zubereitungen aus Sennesfrüchten und -blättern, Faulbaumrinde, Rhabarber oder Rhizinusöl sowie chemische Wirkstoffe wie Natriumpicosulfat und Bisacodyl. Sie wirken zuverlässig und sind gut verträglich.

Gleitmittel wie z. B. Glycerin als Zäpfchen oder Klistier machen den Stuhl weich und besser gleitfähig. Sie wirken schnell und sanft und sind daher auch für Babys und Kleinkinder geeignet. Probiotische Bakterienkulturen helfen dabei, die Darmflora wieder in Balance zu bringen und eignen sich zur langfristigen Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmbeschwerden. Eingesetzt werden dabei Stämme von Escherichia coli-, Milchsäure- (Lactobacillus) und Bifido-Bakterien.

Bildnachweis: Shutterstock: stefanolunardi

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